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Zeller Bergland Tourismus e.V.

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Geburtshaus von Constanze Mozart geb. Weber

Constanze Mozarts Geburtshaus, das Zeller Amtshaus, in dem auch ihre Schwestern Josepha, Aloysia und Sophie zur Welt kamen, steht nicht mehr. „Der gnedig Herrschaft Meierhof“ zwischen dem Gasthaus „Dreikönig“ und der Kirche – das Haus, in dem zuvor schon Constanzes Vater Fridolin und ihr Onkel Franz Anton (Carl Maria von Webers Vater) das Licht der Welt erblickten – wurde beim großen Stadtbrand zerstört: In der Mittagshitze des 23. Juli 1818 stiegen aus dem Kamin eines benachbarten Hauses Funken auf und setzten das Strohdach der angrenzenden Scheune des Dreikönigwirts in Brand. In nur wenigen Augenblicken gingen 64 Häuser und die Kirche in Flammen auf, darunter auch das Amtshaus, das unmittelbar an das Gasthaus „Dreikönig“ gebaut und nur durch eine enge Gasse vom Pfarrhaus getrennt war.

Die Familie Weber hatte Zell zu diesem Zeitpunkt jedoch längst verlassen. Webers langer, erbitterter Streit mit seinem Dienstherrn, dem Baron von Schönau-Zell, hatte dazu geführt, dass er im Dezember 1763 mit seiner Familie nach Mannheim übersiedelte. Als Sänger, Souffleur und Notenkopist am Hoftheater konnte Fridolin Weber seine Familie nur mühsam über Wasser halten. Seinen Töchtern ließ er jedoch die beste Erziehung zukommen. Sie hatten ausgebildete Stimmen und spielten Klavier, und sie sprachen fließend Französisch und die Opernsprache Italienisch. Als dann der 21-jährige Mozart Ende 1777 bei Weber anklopfte, um ihn um seine Dienste als Notenkopist zu bitten, traf ihn die Liebe mit voller Wucht. Fortan widmete sich Mozart – inspiriert von Webers Töchtern – der bedingungslosen, empfindsamen Liebe. Er hinterließ Liebesarien, wie sie keiner zuvor und keiner danach komponierte. Und Webers Töchter, für deren ungewöhnliche Stimmqualitäten er schrieb, waren Mozart ihr Leben lang von Herzen verbunden.

In Mannheim verliebte sich Mozart zunächst in Constanzes zwei Jahre ältere Schwester Aloysia und deren „schöne, reine Stimme“. Aloysia wies ihn schlussendlich ab. Constanze eroberte Mozarts Herz mit ihrer Fürsorge im mütterlichen Haushalt in Wien. Denn „die alte Madame Weber war so gütig“, ihn von der Straße aufzunehmen, als er seinen Dienst beim Fürsterzbischof quittiert hatte. Es mutet schicksalhaft an, dass Mozart immer dort auftauchte, wo gerade die Webers sich niedergelassen hatten – von Mannheim über München nach Wien, wo Aloysia als Hofsängerin vergöttert wurde. Die Familie Weber kehrte nie mehr nach Zell zurück.

Auf den Platz, auf dem Constanzes Geburtshaus einst stand, weist heute eine große Tafel hin. An diesem Platz führte auch ihr Großvater lange Jahre die Zeller Amtsgeschäfte. Hier schließt sich die Constanze-Weber-Gasse an. Sie ist der nach Mozart „Gutherzigsten, Geschicktesten und mit einem Wort Besten“ von Webers Töchtern gewidmet. Die Gasse führt am Rathaus vorbei, an dessen Außenwand eine Kopie des Portraits der 20-jährigen Constanze Weber angebracht ist. Mozart gab es 1782 bei seinem Schwager Joseph Lange, Aloysias Ehemann, Hofschauspieler und Maler, in Auftrag, um dem Vater in Salzburg seine Heirat mit Constanze anzukündigen.

Neben dem Portrait findet sich die Kopie der Anschrift von Mozarts einzigem Brief an die ledige Constanze Weber. Mit diesem langen Brief versuchte Mozart am 29. April 1782, mit zärtlichen Worten die schmollende Braut nach einer bühnenreifen Eifersuchtsszene wieder zur Vernunft zu bringen und ihr seine unerschütterliche Liebe zu erklären. Am 4. August 1782 wurden die beiden im Wiener Stephansdom getraut – gegen den Willen von Mozarts Vater Leopold, der sich für den Sohn eine „gute Partie“ erhofft hatte. Die vermögenlose Constanze Weber brachte allerdings eine für Mozart enorm wichtige Mitgift in die Ehe – eine große musikalische Familie, in der er sich verstanden fühlte.

Foto: Constanze Mozart geb. Weber © The Hunterian University of Glasgow 2011.